Interview mit dem CEO der WKL: Danny Galiart (2)

Wagen wir mal einen Blick in die Zukunft. Was können wir erwarten?

Wir wollen die Verbindung zwischen den Fahrern und den Fans weiter intensivieren und den Sport für eine breitere Masse zugänglich machen. Die Märkte in Asien, der USA und Australien zu erschließen ist ein wichtiger Schritt, um als Sportart noch bedeutender zu werden. Auch um große Sponsoren anzulocken. Im vergangenen Jahr hatten wir eine Reichweite von durchschnittlich 35 Millionen pro Event. Da geht noch mehr.

Um die Attraktivität zu erhöhen plant ihr sicherlich auch mehr Wettbewerbe ein…

Auf jeden Fall. Wir haben uns mein Minimum von acht Elite-Events, vier Big Air-Events, drei Qualifikations-Events und einer Junioren Weltmeisterschaft in Spanien gesetzt. Außerdem gibt es noch die Überlegung eines „Ländercups“ ähnlich wie dem Davis Cup im Tennis. Aber in einem einzigen großen Event.

Spielen andere Disziplinen wie Slalom, Foil oder Big Air dabei auch eine Rolle?

Wir sind sehr glücklich, dass wir auch die Rechte für die Vergabe des Weltmeistertitels im Big Air haben. Ich persönlich hätte diese Disziplin gerne in Verbindung mit dem Freestyle gesehen. Das haben die Fahrer jedoch abgelehnt. Wie gesagt planen wir auch vier Events im Big Air.

Ambitionierte Pläne, die sicherlich auch die eine oder andere Schwierigkeit mit sich bringen werden.

Natürlich ist es immer eine große Herausforderung, die jeweiligen Events entsprechend zu planen, umzusetzen und natürlich auch finanzieren zu können. Aber ich denke, das letzte Jahr hat gezeigt, dass wir das leisten können.

„In den USA, Asien und Australien wartet viel sportliches Potential“

Das Kitesurfen ist immer noch eine Trendsportart, die weltweit immer mehr Zuwachs bekommt. Wie sieht die Perspektive dieses großartigen Sports aus?

Wir sind uns alle einig, dass dieses neue Wettbewerbsformat die Bedingungen für die Olympischen Spiele erfüllt. Wenn wir die Botschaft, dass das Kitesurfen bereit dazu ist, glaubhaft vermitteln, sehe ich hier eine sehr große Chance. Man hat es am Skateboarden und Surfen gesehen. Diese beiden Sportarten haben es auch geschafft. Viel sportliches  Potential wartet auch in Australien, den USA und Asien. Bisher gab es dort kein Förderprogramm, was unterstützt oder in eine Tour integriert wurde. Das Ziel der WKL ist es, ein solches Programm ins Leben zu Rufen und in den nächsten vier Jahren die Topfahrer aus den USA, Australien und Asien in die Tour aufzunehmen.

Kommen wir zurück zu vergangenen WKL Saison. Am Ende standen Carlos Mario und Bruna Kajiya auf dem obersten Treppchen. Verdient?

Auf jeden Fall! Carlos ist wie von einem anderen Planeten und ist derjenige, den es nun zu schlagen gilt. Er ist in der Lage mehr zu trainieren als viele andere Fahrer und hat ein riesiges Talent. Bruna ist für mich der Champion auf, aber vor allem neben dem Wasser. Sie hat mit ihrer Art und ihren Fähigkeiten so viele Menschen inspiriert. In diesem Jahr waren weder Gisela (Pulido) noch Karolina (Winkowska) bei der Tour dabei. Aber das Wettkampflevel der Damen war hoch wie nie zuvor.

Danny, wir bedanken uns für das Gespräch und sehen dich spätestens auf Fehmarn

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